Hinweis & Voraussetzung

HINWEISE FÜR DIE ESTRICHVERLEGUNG

Diese Hinweise werden allen Auftraggebern und Auftragnehmern in ihrem eigenen Interesse zur Beachtung empfohlen.

1 Bauliche Voraussetzungen

1.1 Außenwandöffnungen

Fenster- und Fensteröffnungen sind mit verglasten Fenstern und Fenstertüren oder mit Folien und geeigneten Stoffen zu schließen, um einen ungestörten Abbindevorgang sicherzustellen.

Das schließen der Öffnungen verhindert die Bildung von Zugluft, die zu Spannung in der Estrichoberfläche führt, sowie das Eindringen von Wasser durch Schlagregen. Durchfeuchtete Dämmplatten haben eine verminderte Dämmwirkung. Geschlossene Öffnungen sind auch erforderlich zur Vermeidung stärkerer Luftbewegung, vor allem in höher gelegenen Geschlossen bei Verwendung leichter Schaumkuststoffe.

1.2 Innentemperaturen

Die Innentemperaturen in den Gebäuden sollen in der kalten Jahreszeit nicht unter 5°C und nicht über 15°C betragen. Die Temperaturen sollen möglichst gleichmäßig sein. Sie dürfen weder schlagartig erhöht oder gewechselt werden, noch raum- oder geschoßweise unterschiedlich sein.

Schnelles und einseitiges Austrocknen führt zu Aufwölbungen und Rissen. Bei längerer Liegedauer ohne Bodenbeläge sind schwimmend verlegte Estriche bei Temperaturen über 18°C rißgefährdert. Der Baustellenbetrieb gefährdet auch die nicht dafür geeignete Oberfläche. Estriche sind deshalb schnellstmöglich mit dem Oberboden zu belegen.

1.3 Innenausbau

Die Putz- und Stuckarbeiten, Wandbekleidungen und Montage von haustechnischen Installationen sowie der Einbau von Türzargen, Fensterbänken und der Verputz von Rohrschlitzen sind vor Verlegung des Estrichs fertig zu stellen.

Nach DIN 18560 Teil 2 „Estriche im Bauwesen; Estriche auf Dämmschichten (schwimmende Estriche)“ darf u. a. der tragende Untergrund keine punktförmigen Erhebungen, Rohrleitungen oder ähnliches aufweisen, die zu Schallbrücken und/oder Schwankungen in der Estrichdicke führen können.

Falls Rohrleitungen auf dem tragenden Untergrund verlegt sind, müssen sie festgelegt sein. Durch einen Ausgleich ist wieder eine ebene Oberfläche zur Aufnahme der Dämmschicht zu schaffen.

1.4 Benutzung

Das Betreten frisch verlegter Estriche darf erst nach Freigabe durch den Auftragnehmer erfolgen. Durch zu frühes Begehen von Estrichen entstehen Schäden an der Oberfläche. Bei Verbundestrichen wird außerdem der Verbund gefährdet.

2 Technische Hinweise

2.1 Riss freie Estriche

Selbst bei ordnungsgemäßer Ausführung von schwimmend und im Verbund verlegten Estrichen können Risse entstehen. Feine Netzrisse in zementgebundenen Verundestrichen ohne Hohlstelien stellen im Allgemeinen keinen Mangel dar.

Risse können mit Kunstharzen festgelegt und geschlossen werden. Nach sachgemäßer Behandlung von Rissen ist eine Estrich als riss frei zu bezeichnen. Ein Riss ist sachgemäß ausgebessert, wenn die Tauglichkeit des Estrichs für den normalen oder nach dem im Vertrag vorausgesetzten Gebrauch nicht aufgehoben oder gemindert wird.

2.2 Estrichdicke

Die Dicke der schwimmende Estriche und der Industrieestriche soll nach DIN 18 353 möglichst gleichmäßig sein. Die Bestimmungen der DIN 18 202 Teil 5 „Maßtoleranzen im Hochbau; Ebenheitstoleranzen für Flächen von Decken und Wänden“ für die Oberflächen der Rohdecken sind deshalb einzuhalten.

2.3 Gefälleestriche

Der Tragbeton sollte bereits das gewünschte Gefälle aufweisen. Schimmelnde Estriche und Industrieestriche sind dann in gleichmäßiger Dicke auszuführen. Hat der Tragbeton kein Gefälle, so ist vor Verlegung des Estrichs für den normalen oder nach dem im Vertrag vorausgesetzten Gebrauch nicht aufgehoben oder gemindert wird.

2.4 Dampfsperren und Abdichtungen

Die Überprüfung auf die Notwendigkeit von Dampfsperren und/oder Abdichtungen gehört nicht zur Prüfungspflicht des Estrichlegers. Notwendigkeit, Lage, Art und Anbringung von Dampfsperren bzw. Abdichtungen können nur durch den Auftraggeber bestimmt werden.

2.5 Abdecken von Dämmschichten

Nach DIN 18 560 Teil 2 „Estriche im Bauwesen; Estriche auf Dämmschicht“ ist die Dämmschicht vor dem Aufbringen des Estrichs mit einer nackten Bitumenbahn (Schrenzpapiereinlage mindestens 100 g/m2) oder mit einer Polyäthylefolie von mind. 0,1 mm Dicke oder mit einem anderen Erzeugnis vergleichbarer Eigenschaften abzudecken. Diese Abdeckungen ersetzen weder Dampfsperren noch Abdichtungen gegen Feuchtigkeit. Sie sollen lediglich die Durchfeuchtung der Dämmschicht durch das Anmachwasser und die Bildung von Mörtelbrücken verhindern.

2.6 Verdichtung

Schwimmende Estriche auf federnder Unterlage verlegt, können wegen Rückfederungseffektes nur begrenzt und nicht durchgehend bis zur untersten Zone gleichmäßig verdichtet werden. Deshalb ist ein bestimmter Porenraum im Estrich unvermeidbar.

Auch bei Verbundestrichen und Estrichen auf Trennschichten ist eine gleichmäßige Verdichtung nur bis zu einer bestimmten Dicke möglich.

Wird bei der Prüfung der Biegezugfestigkeit eines schwimmenden Estrichs mit einer Dicke größer als 35 mm eine der verlangten Dicke entsprechende Bruchlast erreicht, so gilt dieser Estrich als normgerecht.

2.7 Hohlstellen

Hohlstellen unter Verbundestrichen können verschiedene, u. a. auch vom Ausführenden nicht zu vertretende Ursachen haben, wie etwa nachträgliche Durchbiegungen von Massivdecken. Hohlstelien, die selbst bei ordnungsgemäßer Ausführung entstehen können, müssen nicht zwangsläufig zu Rissbildungen führen. Rissfreie Hohlstellen stellen in der Regel keinen technischen Mangel dar und brauchen deshalb nicht besonders behandelt zu werden. Dies gilt vor allem für kleine Hohlstellen.

2.8 Oberflächenfestiqkeit

Auch bei einer normgerechten Herstellung von Estrichen lässt sich eine Ansammlung von Bindemittelleim im obersten Estrichbereich nicht vermeiden. Die Oberfl.- Festigkeit lässt sich durch maschinelle Bearbeitung erhöhen.

FÜR DIE WEITEREN INFORMATIONEN WENDE SIE SICH BITTE AN UNSEREM TECH.-LEITER

ERCAN ER – ESTRICHLEGERMEISTER UNTER DER NR.:

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